Naturheilpraxis Glänzel
für westliche und fernöstliche Medizin
Gl�nzel Kristina

Erfahrungsbericht über die Indienreise im Juni 2015 in das Ayurvedische Resort Sarovaram

Der Weg ist das Ziel

Ich möchte euch einen kleinen Einblick über meine Reise nach Indien geben. Wenn ich mir die Frage stelle wann die Reise Faszination Mensch begann, finde ich wie gar keine Antwort. Dies braucht es auch nicht. Es braucht nur Zufriedenheit. Blockaden lösen sich, das Universum öffnet sich, es läuft alles wie von selbst. Nun sitze ich hier am Münchner Rathaus in einem Cafe und beginne mit meiner Reise die ich spontan vor meinem Abschluss zur Naturheilpraktikerin geplant habe. In völliger Ruhe und Ausgeglichenheit und Zuversicht. Als ich letztes Jahr zur Ayurvedabehandlung bei Susanna in Nagold Memmingen war, gab sie mir etwas ganz Bezauberndes mit auf den Weg.


Mit der Zeit lernst Du,
das eine Hand halten nicht dasselbe ist
wie eine Seele fesseln.
Und das Liebe nicht anlehnen bedeutet
und Begleitung nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich,
dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen.
Und du beginnst
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen.
Mit der Würde des Erwachsenen,
nicht maulend wie ein Kind.
Und du lernst
all deine Strassen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst Du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn du Zuviel abbekommst.
Also bestell Deinen Garten
und schmücke selbst Dir die Seele mit Blumen.
Statt darauf zu warten, dass andere einen Strauss flechten.
Und bedenke,
dass Du wirklich standhalten kannst
und wirklich stark bist.
Und dass du Deinen eigenen Wert hast. -> Danke Susanna :)

Selbstwert:

Den eigenen Wert erkennen, sich selber lieben. Dies empfinde ich als hohe Kunst. Zurück in den Körper, spüren, wahrnehmen, aufmerksam durchs Leben gehen, Rituale (vielen Dank Paul) durchführen, bewusst Abschlüsse feiern, innehalten, weitergehen. Oh wie freue ich mich weiterhin den bewussten Lebensweg zu gehen. Mein Herz für die Menschen da draussen zu öffnen und mit Urvertrauen Schritt für Schritt weiterzugehen. Auch wenn der Weg der Erkenntnis nicht einfach zu bewältigen ist, so lohnt es sich schon allein des ungehinderten Ausblickes wegen, ihn konsequent zu gehen.
Auf den Weg nach München hatte ich ein Gespräch mit einem etwas älteren Mann im Zug. Er freute sich sehr über mein Vorhaben. Er erzählte von früher und das Blitzen in seinen Augen verriet mir, dass er mit Freude dabei ist. Eine Nacht in München übernachtet, sitze ich nun im Flieger nach Abu Dhabi. anschliessend folgt der Flug nach Trivandrum. Von dort aus geht es zum Resort Sarovaram.

Kleiner Einblick Über die Ayurvedische Heilkunst:

Reinigung im Ayurveda. Das Grundprinzip ayurvedischer Therapien ist es, die Harmonie der Doshas zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Diesem Zweck dienen neben Regeln für die Ernährung und die allgemeine Lebensweise verschiedene Reinigungsmethoden, mit denen Stoffwechsel Gifte aus dem Körper geleitet werden. Eine der intensivsten Reinigungsmethoden ist das Panchakarma. Dies sind fünf Verfahren die vor der Behandlung mit Heildrogen eingesetzt werden. Der Grundgedanke dabei ist, dass in einem verschlackten Körper die eingenommenen Medikamente ihre Heilwirkung nur ungenügend entfalten können. Durch die Reinigung wird der Körper von Ablagerungen befreit, das Gleichgewicht der Doshas wird wiederhergestellt, die Regeneration und Umstimmung des Körpers, besonders bei chronischen Erkrankungen wird gefördert. Zu den Reinigungsmethoden gehören: Ölen, Schmieren, Schwitzen, Anwendung von Brechmitteln und Klistieren sowie Fastenkuren.


In Abu Dhabi bin ich recht erschrocken als ich auf die Uhr schaute. Wenn die Zeit wirklich stimmte, habe ich meinen Anschlussflieger verpasst. Dies war dann letzten Endes auch so. Nun empfand ich das Managen eines anderen Fluges und eventueller Übernachtungsmöglichkeit als recht angenehm gestaltet, obwohl die Unwissenheit am Anfang etwas Unangenehmes ist. Schlafen und essen durfte ich for free. Anrufe tätigen ebenso. Der Flug nach Muscat den nächsten Tag und dann schliesslich der Endflug nach Trivandrum, welcher mir von allen Flughäfen (durch seine Grösse) sehr angenehm erschien (Passport, Security check...)bin ich nun froh nach langer Reise von zwei Personen mit dem Auto zum Resort gefahren zu werden. 2 h sind wir mit dem Auto gefahren durch kleine Städte, Dörfer von Trivandrum zu Kerala. Einen kurzen Stopp haben wir gemacht um eine Gottheitsfigur zu kaufen. Sehr ärmlich anzusehen, die indische Frau mit ihren Kindern. Liebe und Freude und vor allem Dankbarkeit war in ihren Augen zu sehen.

Überall Herzen :)

Im Resort angekommen wurde ich ganz herzlich empfangen mit einem Blumenkranz und der Arzt Kidan gab mir einen Farbstrich auf das dritte Auge. Sehr wohltuend. Erste persönliche Fragen wegen meines Kommens folgten. Nach 3 Tagen konnte ich mir nun eine wohltuende Dusche mit guten sanitären Verhältnissen gönnen. Kaum geduscht wurde ich über einen schönen Steinweg geführt zu den Ayurveda Behandlungsräumen wo ich einen Altar vorfand. Der Therapieraum war sehr schlicht. Dunkel, wohlriechend, ohne Musik. In mitten war eine grosse Holzliege mit Leinentüchern. Zuerst erhielt ich eine Kopfmassage. Danach eine Ganz Körper Ayurveda-Öl-Massage. Mit warmen Kräuterölen, sanften, fliessenden Massagegriffen und langen Streichungen. Entgiftungskanäle werden geöffnet, Gewebeschlacken abtransportiert, Energiebahnen stimuliert.

Dies bringt Tiefenentspannung, stärkt das Nervensystem, wirkt regenerierend, verjüngend und vitalisierend auf das Gewebe. Verstärkt ebenso die Immunabwehr und stärkt die Selbstheilungskräfte. Herrlich schön. Der Arzt Kiran war nach der Behandlung für mich da. Er nahm eine ausführliche Anamnese vor. Danach erhielt ich ein sehr schmackhaftes Abendessen nach Ayurvedischer Küche. Ginger Tee gab es am Abend und über den Tag warmes Wasser mit Herbs. Dies sind getrocknete Zutaten von der Rinde von Bäumen und Ähnlichem. Sehr früh ging ich zu Bett und genoss ein grosses Bett zum Schlafen. Früh am Morgen wurde ich geweckt. Das Frühstück war schon parat im Essbereich. Vishnu servierte mir alle Köstlichkeiten die Binu (der Koch) zubereitete. Und immer wieder begegneten mir Gottheiten und kleine Altare mit Räucherstäbchen und Gaben. Die Zelebration ist wichtig und gehört wie alles andere dazu. Ein älterer Mann (Woobi) brachte mir am Abend eine heisse Schale mit Kantricam (ein Pflanzenpulver) und kokosnussschalen die brannten, damit die Mosquitos etwas ferngehalten werden. Das ausräuchern fand sogar in meinem Zimmer statt.

2.Tag Ayurveda Resort in Sarovaram

Vor dem Frühstück nahm ich pflanzliche Medizin ein die ich vom Arzt Kidan erhalten habe welche das Immunsystem stärken. Eine Behandlung erhielt ich kurze Zeit danach. Sie bestand darin das ich mit Kologuduthathi Pulver eingerieben wurde. Ähnlich wie ein Peeling. Die Behandlung ging 1 1/2h. Viel warmes Wasser sollte ich trinken was natürlich zur Entschlackung dazu gehört. Die Küche bedient sich ausschliesslich aus frischen Gemüse und Obst und Kräutern, welche fast ausschliesslich im hauseigenem Garten wachsen.



So auch die Curry Leafs und Ashta Choornam Pulver, welche gut für Magen- und Darm ist. Diese sollte ich nach der Behandlung einnehmen.
Das Resort am Binnenmeer gelegen ist atemberaubend schön. Noch ein paar Tage kann ich es ohne Regen geniessen. In 3-5 Tagen wird der Monsun beginnen. Der Effekt der Reinigung wird dann noch mehr verstärkt werden. Ich bin sehr gespannt auf den Wechsel von extremer Hitze zur Regenzeit. Die Hitze hier im schattigen Resort ist dennoch erträglich. Oft bekleiden nur Tücher mich und somit ist es sehr gut auszuhalten. Das „nichts Tun“ ist natürlich auch von Vorteil. Die 2. Behandlung verlief am frühen Nachmittag. Ich erhielt eine Kräuterstempelmassage ohne Öl. Die Kräuterstempel wurden auf einem Kocher immer wieder warmgehalten so dass es kein Kältegefühl gab. Die Luftfeuchtigkeit lässt es kaum zu das eine Kältegefühl entsteht.
Nun nahm ich mir Zeit das Resort zu erkunden. Ein Buch zu lesen und immer wieder Wasser zu trinken. Am Abend räucherte Woobi die Terrasse und ebenso mein Zimmer wieder aus mit Kantrikam Pulver. Die Abendmedizin mit Baldrian und Melasse wurde mir ebenso serviert und Kannah erzählte mir noch ein bisschen von sich und seiner Familie und ich konnte noch ein wenig erzählen was ich die nächsten Tage geplant habe neben den treatments für mich. All dies sollte vorerst mit dem Doc Kiran besprochen werden. Dieser war heute nicht vor Ort. Morgen ist er dann wieder da. Die 1. Hälfte der Nacht verlief nicht so gut. Der Wetterwechsel war doch spürbar. Ich ging noch etwas hinaus. Nun begann es wie aus Kannen zu regnen. Nun konnte ich schlafen :)


Das Behandlungszimmer


Vinitha meine Therapeutin die ganze Resort Zeit über :)

3. Tag Ayurveda Resort in Sarovaram

Früh am Morgen meditierte ich und machte Atemübungen. Der Morgen ist trotz allem etwas schwer. Ich Musste auch öfters auf das WC. Die heilende Wirkung der Buttermilch mit den Curry Leafs und Ashta Choornam wirken. An dem Essen liegt dies 100 prozentig nicht. Die Küche ist sehr hygienisch. Dies sind wirklich erste Anzeichen der Entgiftung. Nun heisst es weiterhin trinken, trinken, trinken. Die gleiche Behandlung wie gestern erfolgte auch heute. Der Körper wurde mit Kologuduthathi eingerieben und nach 1h sollte ich das Pulver abduschen (Uwdaradhanam). Mein Körper ist nach der langen Reise schon zur Ruhe gekommen. Dass ich diesen Urlaub nun komplett relaxe, den Ort nicht wechsle, standhaft bin, ist neu für mich und braucht doch etwas innere Disziplin. Ich nehme die wechselnden Stimmungen war vor und nach der Behandlung. Sehr eindrücklich was während der Behandlung im Körper passiert. Mein Leid heut morgen war der Nacken- und Kieferbereich. Nun geht es mir besser. Die Meditation kann ich wirklich auch nutzen die Kiefermuskulatur zu entspannen. Ganz bewusst. Ich werde es immer wieder probieren. Das Kiefergelenk ist das häufigste Gelenk wo sich Arthrose bildet. Viele Gallenblasen Themen (aus Sicht der Traditionellen chinesischen Medizin) habe ich aus vergangener Zeit mitgenommen und bin immer wieder dran diese Themen aufzulösen. Bewusstsein in das Kiefergelenk geben. Bewusst die Kiefermuskulatur entspannen. Eine ganze Kette hängt nur allein an diesem Gelenk. Der normale Kraniosacrale Rhythmus wird beeinflusst, weil viele Gesichts-, Schädelknochen mit diesem Gelenk verbunden sind. Die Nackenmuskulatur wird beeinflusst. Schmerzen entstehen. Die Meditation ist wirklich eine gute Möglichkeit bewusst Ruhe in dieses System zu bringen. Die 2. Behandlung war wie gestern eine Kräuterstempelmassage ohne Öl (Podikizhi). Die Kräuterstempel wurden wieder warm gehalten und vorher gab es wieder die Einreibung mit Kologuduthathi Pulver. Nach dieser Behandlung hatte ich ein Gespräch mit dem Vater des Arztes Kiran welcher auch Arzt ist. Es war ein gutes für mich lehrreiches Gespräch. Nach diesem ruhte ich, genoss mein Ginger Tee und war etwas in der näheren Umgebung. Ich frage welchen Klassenstand ich vorgefunden habe. Den Mittelstand antworteten sie. Ich empfand diese Gegebenheiten ausserhalb des Resorts dennoch als Armut. Ich werde im Resort wie eine Königin behandelt was man sich so gar nicht gewöhnt ist. Die Ruhe im Resort wirkt nun auf mich noch intensiver.
 
Ich habe an diesem Abend eine wohltuende Harmonie und spüre, dass alles gut kommen wird. Ich spüre, dass es auch manchmal von Bedeutung ist den nicht immer leichten Weg zu gehen. Mit dem Leitsatz: Glaube an das Leben und lebe es voll und ganz. Dabei müssen es keine grossartigen Werke sein und schon gar nicht geht es um die Anerkennung von anderen. Es geht darum sich selbst auszudrücken und den eigenen Sehnsüchten zu folgen. Denn nur so spüren wir Verbundenheit mit dem grossen Ganzen und folgen ganz intuitiv den Plan unserer Seele. Auch Irrtümer bieten uns Gelegenheit zum Lernen und seelisch zu Wachsen. Das heisst. Egal welchen Weg wir wählen, wofür oder wogegen wir uns entscheiden, wir machen es nicht falsch. Wir machen es so wie wir es im Moment verstehen. Dann fühlt es sich entweder richtig an oder wir erkennen, dass wir etwas ändern sollten.

4. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Ich hatte eine weniger gute Nacht. Ich habe viel im Kopf studiert. Die Behandlungen wirken. Die Luftfeuchtigkeit war auch hoch. Am Morgen begann es zu regnen. Der Kopf klärte auf und es ist alles so einfach und es scheinte nur so. Die Wahrheit kann dann doch so einfach sein. Ich stellte mich am Morgen zu Übungen hinaus. Die Reinigung erfolgte schon von da an. Die gleichen Abläufe der Behandlung erfolgten wie die Vortage. Meine Nacken-und Kieferbeschwerden sind nun besser. Ich werde im allgemeinen weicher und Gedanken setzen sich, lösen sich auf. Nach der 1. Behandlung (Uwdardhanam) erhielt ich wie gewohnt die Buttermilch wieder mit Spezialzusätzen für Magen und Darm. Der Arzt sprach zu mir und er möchte gern 3 Behandlungen pro Tag durchführen anstatt 2. Ich willigte ein.

Da die Mosquitos nach dem Regenschauer besonders aggressiv sind, kam Kannan zu mir und brachte mir wieder eine Schale mit Brennbarem und beigesetztem Pulver welches die Mosquitos abhält. Sehr aufmerksam von ihm. Wirklich schön wie jeder im Resort dabei ist sein Bestes zu tun. Ich habe schon viele Mückenstiche. Ganz zu vermeiden dann doch nicht. Sie jucken dennoch nicht so stark auf der Haut. Frauen kamen zu mir vom Resort mit einem roten Pulver und ich durfte einer Frau einen roten Punkt zwischen ihre Augen machen. Dies tat sie dann auch bei mir. Nach der 2. Behandlung (Kräuterstempelmassage/Podikizhi) war ich dann in Town um einige Sachen zu besorgen für zu Haus als Praxisutensil. Ich war die einzige Europäerin. Ein etwas eigenartiges Gefühl verspürte ich dann doch.
Die Nacht konnte ich wieder weniger gut schlafen. Von 1 Uhr bis 3 Uhr bin ich meistens wach. Das ist die Leberzeit und ganz normal. Den Entgiftungsprozess durch die Kräuter sollte man nicht unterschätzen. Die Luftfeuchtigkeit ist in der Nacht wieder recht hoch. Da jucken die Mosquitostiche dann doch recht stark. Der Ventilator im Raum hat dann recht gut ein angenehmes Gefühl bereitet.

5. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Übungen, ebenso Atemübungen kurz nach dem Aufstehen erfolgten. Diesmal bei Sonnenschein. Der letzte Regenschauer ist schon etwas her. Das Frühstück bestand aus einem Papaya Smoothie und anderen Köstlichkeiten. Papaya esse ich hier nun fast täglich. Diese sind Hauseigene. Sehr Vitamin C reich und stärkt die Leber. Meines Wissens ist Papaya die Vitamin C reichste Frucht die es gibt. In Europa mischt man die Papaya meist mit anderen Zutaten da sie die volle Süsse schwer erreicht und somit weniger köstlich ist. Hier hat sie die volle Reife und ist so schmackhaft. Meine 1. Behandlung erfolgte. Diesmal erhielt ich wieder eine Kopfmassage zu Beginn und dann sollte ich mich auf eine Matte legen und mein Körper wurde von Vinithas Füssen massiert (Marma Abhyangam). This is the first time that I get a massage with feet. Dies ist ein ganz spezieller Druck. Danach wurde ich in einen Schwitzkasten (steamer) gebeten. Der Körper war bedeckt ausser dem Kopf. Wie ein Wasserfall lief es von mir herab. Ein sehr schönes Gefühl. Durch den Dampf können die Öle noch tiefer ins Gewebe dringen und die Wirkung wird intensiviert.

Selbstwert:

Ich sprach ganz am Anfang meines Berichtes etwas von Selbstwert. Ich bemerke dieses Thema kommt mir immer wieder in den Sinn. Darf ich hier sein? Darf ich mich so verwöhnen lassen?
Die Antwort ist: Ja ich darf. In meinen Augen haben es viele Kulturen verlernt den Selbstwert zu Lehren. Dies den Kindern mit auf den Weg zu geben. Strikt nach Plan sollst du oft funktionieren. Es schien mir einst wie ein Kampf den Selbstwert zu sehen, anzunehmen. Nun ist die eigene Wertschätzung da. Und es tut so gut. Die 2. Behandlung folgte. Ich erhielt wieder eine Kräuterstempelmassage (Awikizhi). Diesmal waren die Stempel noch viel wärmer. Sehr angenehm auf dem Körper. Diesmal wurde der Kiefer noch mehr mit einbezogen. Nach der Behandlung sollte ich meine Wangen mit Wasser füllen. Vinitha gab mir dann noch eine extra Kräuterstempelkieferbehandlung. Toll! Die Wärme tut gut. Verspannungen lösen sich. Der Panzer bröckelt so langsam. Das Kiefergelenk wird weicher und ist in der Bewegung runder. Bei der 3. Behandlung führte mich Vinitha in einen weiteren Raum. Sie ölte mich wieder ein und dann gab sie mir Augentropfen welche für den ersten Moment brennen. Nach einer Weile verschwindet dieses brennen. Sie legt frische Kräuter auf die Augen und führte einen Stirnguss (Thakradhara) durch.

Ein sanfter, gleichmässiger Strahl, wohltemperiertem Wasser mit Buttermilch, fliesste über die Stirn. Man gleitet langsam in einen Zustand tiefer Entspannung und innerer Stille. Dies ist eine sehr intensive Behandlung. Wie immer trank ich zwischen den Behandlungen die Buttermilch mit Zusätzen und den Gingertee am Abend der den Geist nochmals klären soll, da die Konzentration am Abend gewöhnlich abnimmt. Etwas Kopfschmerzen hatte ich am Abend. Es wird wieder Regen geben. Ein etwas längerer Spaziergang im Umkreis wird helfen. So viele sehr freundliche Einheimische begegneten mir. Dann habe ich mich nur noch schlafen gelegt. Den Rhythmus wieder zu erlangen durch meine in letzter Zeit durchgeführten Nachtschichten ist besonders wichtig für mich. Durch die Behandlungen braucht es auch eine ausreichende Nachwirkzeit.

6. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Die gleiche Behandlung wie gestern (Marma Abhyangam mit Steam/ Awikizhi/Thakradhara) erfolgte auch heute. Ich mag auch noch gern meinen Körper massieren lassen. Man spürt das Haut, Nägel, Haar von all dem nährt. Die Seele zur Ruhe kommt. Während der Behandlung kam ich in einen Redefluss. Meine Therapeutin ist 33 Jahre alt und Inderin, verheiratet und hat keine Kinder. Ich fragte warum? In Indien wird die Tradition von baldiger Heirat mit anschliessendem Kind bekanntlich sehr gross geschrieben. Sie antwortete: My husband and I do treatments. I'm happy with them. Der Rhythmus verschiebt sich wie in anderen Ländern auch hier. Sie möchte dennoch 2 Kinder sagt sie. Ich lächelte sie an und wir verstanden uns auch ohne Worte. In Indien wird eigentlich das erste Kind geboren wenn die Frau 23 Jahre ist und mit 27 Jahren folgt dann das 2. Kind. Vinitha hat heut nur mich zur Behandlung. 3 Behandlungen pro Tag. Nächsten Monat sagt sie hat sie 6-7 Behandlungen pro Tag. Dies ist ok für sie und scheint auch normal. Nach der 3. Behandlung erhielt ich ein weiteres Arztgespräch. Heute Morgen erhielt ich das Erste. Der Arzt Kiran möchte morgen Blut nehmen. Dies erfolgt immer nach einer Woche.
Ich merke, dass ich heute zum 1. Mal so richtig motiviert bin mein Buch zu lesen. Ich nehme Dinge wieder auf und war. Bin sehr konzentrierter als sonst. Am Abend hat es wieder aus strömen geregnet. Während dessen trommelte ich. Diese Trommel auf meiner Terrasse hängend ist mir schon bei meiner Anreise aufgefallen. Ein Gast, sagte Aneesh hat sie einst hier gelassen. Sehr schön für mich. Am Abend hatte ich ein sehr schönes Gespräch mit dem Koch. Wir sprachen über Gegebenheiten in Indien und ich sprach von der Schweiz und Deutschland. Dann setzte sich ein weiterer Gast zu uns und wir hatten eine gemütliche Runde. Wie man sieht. Man ist nie allein. Wir sind alle eine grosse Familie.

7. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Der Monsun wird immer stärker, die Regenphasen werden länger und kräftiger. Es tut gut. Ich machte noch vor dem Frühstück Exercises im strömendem Regen. Eine Naturreinigung am Morgen. Dann wurde mir schliesslich das Blut entnommen und die 1. Behandlung erfolgte nach dem Frühstück. Ablauf war wie die letzten beiden Tage. Mir geht es gut. Kontakt zu Freunden und Bekannten von zu Haus besteht. Dank der modernen Technik und der Internetverbindung wenn gebraucht fast immer möglich. Ich fragte meine Therapeutin Vinitha ob sie auch schon einmal eine Panchakarmakur gemacht hat. Sie sagte sie habe einst einen Stirnguss mit sich machen lassen und lächelte. Sie wohnt mit dem Bus 1 ½ h vom Resort entfernt
Die nächsten beiden Behandlungen liefen auch wie die 2 Tage zuvor ab (Marma Abhyangam mit steam/Awikizhi/Thakradhara). Es ist sehr schön die Gleichmässigkeit zu spüren und auch die Veränderung am Körper. Das Mittagessen habe ich heute mit einem weiteren Gast vom Resort eingenommen. Er hat mit den Händen gegessen. Ich machte es ihm nach. Wir unterhielten uns ausführlich in Englisch. In Indien werden über 100 Sprachen gesprochen. Da unterhalten sich selbst die Einheimischen auf Englisch. Ich hatte dann doch noch ein paar Fragen an ihn. Kann sich der Mittelstand  eine Panchakarma Kur überhaupt finanzieren? Er verneinte. Am Abend unterhielt ich mich noch ein wenig mit Aneesh dem Allrounder. Er fragte nach meinem Beruf. Er lachte und nach meiner Antwort sagte er: Nurses are angel from god and server from god. This is not a job. Thats a satisfaction. Nun lachte auch ich. Am Abend setzte ich mich noch ein wenig an das Wasser und trommelte. Es ist gar nicht wichtig was man in dem jeweiligen Land welches man bereist gesehen hat. Es ist wichtig den Pulsschlag dieses Landes zu spüren.

8. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Diesmal konnte ich die Exercises bei wunderschönem Himmelblau durchführen. Wirklich herrlich. Das Resort bietet wirklich Raum wo man in der Natur sein kann in Harmonie. Das Arztgespräch erfolgte darauf und eine Anpassung der Kur. Ich berichtete von Veränderungen in meinem Körper.

Die Behandlung erfolgte diesmal mit einer Ganz-Körper-Ayurveda-Ölmassage (Abhyangam) um den Körper komplett zu entspannen. Ich nahm auch einige Massage-Griffe von der europäischen Klassischen Massage war. Sehr wohltuend. Nach der Behandlung wurde ich in die Ayurvedische Küche eingeführt. Ein sehr gut schmeckendes Gericht aus frischen Randen (rote Beete), Kokosraspeln, Kokosöl, Knoblauch, Kurkuma, Salz, Zwiebeln in einem Wok haben wir zubereitet. Der Reis wird auf offenem Feuer zubereitet. Dies gibt einen sehr guten Geschmack und ist energiesparend. Der Koch zeigte mir wie sie die Kokosnuss öffnen. Die frische Kokosnussmilch durfte ich dann natürlich geniessen.
Eine Stunde ist nun vergangen und es erfolgte die 2. Behandlung mit Kräuterstempeln (Awikizhi). Zur frühen Abendstunde werde ich auch wieder mit in der Küche helfen. Learning bei doing. Immer wieder werde ich den Köchen über die Schulter schauen. Selbstgekochte Reisnudeln im Steamer. Oh wie toll. Das Dessert war Atemberaubend. Es hat wie Caramel geschmeckt. Diese Süsse kommt von einem Baum namens Small Jack Fruit.
Die 3. Behandlung war wieder ein Stirnguss (Thakradhara). Am Abend setzte ich mich noch ein bisschen ins Office. Dies ist das Büro von dem Arzt Kiran und werde schon ein paar Zeilen die ich euch jetzt gerade mitteile auf Computer schreiben. Den klaren Kopf habe ich ja nun dazu ;-)

9. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Heut geht es mir viel besser. Ich bin klarer. Toilettengänge werden weniger. Der Körper kommt wieder mehr zur Ruhe. Die Nacht bin ich einmal mit dem Gefühl der Trauer und Tränen aufgewacht. Dies ist ein Zeichen von Überschuss im Lungen Qi (Lungenenergie). Atemübungen und Meditation taten nun gut.
Die 1. Behandlung waren heute die warmen Kräuterstempel (Awikizhi). Da der Ablauf heut etwas anders ist, werde ich eventuell heut auch noch weitere Veränderung in der Art der Behandlung erfahren.
Bei der 2. Behandlung sollte ich mich auf eine Holzliege legen. Mein Körper wurde mit wohlriechendem Öl eingerieben. Dann sollte ich zu jeder Seite einmal liegen und während dessen wurde warmes Wasser den Meridianen entlang gegossen mit einem nicht all zu starkem Strahl (Kashayadhara). Ich folgte den Meridian Verlauf gedanklich und nahm den Prozess der Reinigung ganz sehr auf.
Die 3. Behandlung war wieder ein Stirnguss (Thakradhara). Ich merkte wie ich einmal ganz stark zuckte. In diesem Moment erwachte ich aus der Trance. Am Abend war wieder „helping in the kitchen“. Ich muss zugeben, motiviert zum ayurvedischen Kochen zu Haus ist da. Sehr viele basische Gerichte die man vorfindet und mit tollen Rezepten ausprobieren kann. Ich werde dieses Retreat auch als ein Neuanfang sehen auf Süsses in Zukunft zu verzichten. Die Milz (nach Traditioneller chinesischer Medizin) und auch meine innere Mitte wird es mir danken. Es lohnt sich wirklich auf Alternativen zurück zu greifen. Der Koch Bino zeigte mir dann einen kleinen Film von seiner Lehrzeit und den Zusammenhalt in seiner Gruppe. Ich hatte richtige Freude dies zu sehen. Die Nacht konnte ich leider bis 3 Uhr nicht einschlafen. Themen beschäftigten mich. Das Thema der Erwartungen kommt immer wieder ins Bewusstsein. Erwartungshaltungen zerstören so viel. Sie eliminieren alles was ihnen in den Weg kommt. Das Leben könnte so viel harmonischer ablaufen. Nach abgebauten Erwartungshaltungen folgt Akzeptanz und schliesslich entsteht der wahre innere Frieden. Ich hatte früher viele Erwartungshaltungen an mein Umfeld. Ich werde auch oft von Erwartungshaltungen von meinem Umfeld konfrontiert. Dies ist das Thema und ich möchte es ganz persönlich für mich auflösen. Werde ich ganz bewusst damit konfrontiert, werde ich in Zukunft schweigen und in Stille und in Harmonie mit mir sein.

10. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Ablauf wie der Tag zuvor (Awikizhi/Kashayadhara/Thakradhara)

11. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Diesen Morgen beginne ich ganz bewusst. Ich bin die Nacht 2x aufgewacht. Jeweils zur Leber- und Lungenzeit und hatte jeweils Träume an die ich mich noch erinnern kann. Heute fange ich an meine Träume aufzuschreiben. Sehr eindrücklich. Zu Haus werde ich diese Träume einst auswerten lassen. Ich beginne noch intensiver mit Yogaübungen, Asanas(spezielle Atemübungen) und auch Qi Gong (aus der Traditionellen chinesischen Medizin). Danach meditiere ich und anschliessend trinke ich wie jeden Morgen warmes Wasser. Etwas wirklich ganz Schönes ist die innere Mitte immer mehr in Ruhe zu wiegen und vor allem zu spüren. Ich danke mir dafür. Der natürliche Rhythmus zeigt sich immer mehr. Das merkt man daran, dass man regelmässig ausscheiden kann (am besten zur Dickdarmzeit am Morgen zwischen 5 und 7 Uhr). Das Frühstück zur rechten Zeit (zwischen 7 und 9 Uhr) geniessen kann. Was bei Schichtarbeit oft nicht der Fall ist diesen Rhythmus beizubehalten. Die 1. Behandlung war die sogenannte Kashayadhara. Internet hat es seit gestern nicht. Die Verbindung ist sehr schlecht. Dies ist auch nicht mal so schlecht. Der Drang zum e-Mails checken ist doch immer mal da. In der Ruhephase zwischen den treatments liege ich in der Sonne und lese ein wenig und schaue den Fischern beim Fischen zu. Die 2. Behandlung die ich geniessen durfte ist mein Favorit. Warmes wohlriechendes Öl auf meinem Körper und mit warmen Kräuterstempeln wird in Kreisbewegung das warme Öl am ganzen Körper eingerieben (Elakizhi). Besonders auf die Gelenke geht Vinitha ein. Enorm entspannend. Der Druck, der Duft, die Bewegungen sind unbeschreiblich schön. Man spürt richtig wie die Haut das Öl mit den Kräutern in sich aufsaugt. Nach der Behandlung bin ich wirklich hungrig und freue mich auf die Lunchtime. Frauen des Resorts schenkten mir jeweils eine Schatulle mit Pulver. Ich nahm es dankend an und freute mich sehr darüber. Ich gab ihr mit dem Pulver ein Punkt auf das 3. Auge (zwischen den Augen) und sie mir.
Die 3. Behandlung war ein Stirnguss (Thakradhara). Am Abend wurde ich wieder in die Ayurvedische Kochkunst eingewiesen. Vor dem Zubettgehen erfolge das gleiche Ritual wie am Morgen: Yoga, Asanas, Qi Gong Übungen.

12. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Die Nächte schlafe ich dennoch tief und doch erwache ich immer wieder. Dies gehört zum Prozess und sollte ich einfach akzeptieren. Es muss auch keine Lösung gefunden werden. Es braucht nur einst den Raum um zu sein.

  • Behandlung: Kashayadhara
  • Kräuterstempel Öl Massage (Elakizhi)
  • Stirnguss (Thakradhara)

Ein Satz ist mir heut in meiner Lektüre besonders aufgefallen.
„Der menschliche Körper ist so kostbar, dass man ihn mit grösster Achtsamkeit und Sorgfalt behandeln muss. Wer wahre Meisterschaft erlangt hat, kann bis jenseits des Physischen vordringen und die Wahrheit erkennen. (Aus dem Buch des gelben Kaisers)
Heut zieht es mich besonders nach draussen. Stau sollte gelöst werden. Es ist am Abend und ich bin doch noch eine Runde um die Häuser gejoggt. Diesmal haben sich mir Kinder angeschlossen. So ein Friede ist in ihren Augen zu sehen. Das Herz strahlt. Während des Abendessens hatte ich noch ein Gespräch mit einem weiteren Gast. Er ist ebenso von Indien. Wir sprachen von arrangierten Ehen. Seine Mutter hat ihren Mann (seinen Vater) nur kurz vor der Hochzeit auf einem Foto gesehen. Andere Sitten andere Kulturen. Gedanken schweifen: als ich heute gejoggt bin , sassen viele die ich wahrnahm einfach nur da und taten gar nichts. In Europa ist jeder beschäftigt. Weiss gar nicht was er als erstes tun soll. Beides hat seine Vorzüge Ich freue mich dennoch schon sehr auf ein wieder mehr gefülltes Leben im Tun. Das ist meine Natur und wird auch so bleiben.

13. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Am Morgen Meditation mit Mantras. Noch mehr gerät man automatisch in den Zustand des no mind. Während des Frühstückes setzte sich der Arzt Kiran mit zu mir und wir besprachen das weitere Vorgehen der Behandlungen. Diese erfolgten wie am Vortag.

14. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Die Nacht habe ich viel besser geschlafen als die letzten Nächte. Das gestrige Joggen am Abend tat sein Gutes. Mein morgendliches Ritual erfolgte. Ich erhalte eine schöne Nachricht am Morgen, wo mir alles Gute zu meiner bestanden Naturheilpraktikerprüfung mitgeteilt wird und dass ich nun frei sei. Dies ist genau der richtige Ausspruch. Ich bin frei. Vor meiner Naturheilpraktikerprüfung habe ich mich gefühlt als würde ich mich „frei kaufen oder frei lernen“ oder whatever man dazu sagen möchte. Es bleibt dabei. Ich bin frei! Heute regnet es mehr oder weniger. Ich bin eigentlich froh darüber denn ein Ausflug bei extremer Hitze wäre nicht so gut. Wenn es sich noch ein wenig aufzieht wäre ich dankbar. 2 Behandlungen (Kashayadhara/ Elakizhi) habe ich heut am Vormittag. Vor der ersten Behandlung habe ich meine Laborwerte erfahren. Das Cholesterin, speziell das LDL Cholesterin sind zu hoch. Ich werde wohl doch nochmals probieren mich ausschliesslich vegetarisch zu ernähren. Ich esse seitdem ich hier bin kein Fleisch. Ausser 1x bei meiner Ankunft. Ich habe auch kein Verlangen nach Süssigkeiten welches im Gegensatz von zu Haus, hier in Indien Interessenlosigkeit bei mir bewirkt dank der vielen süssen Früchte vom hauseigenen Garten.


Die vielen süssen Sachen vor meiner Prüfung wo oftmals Transfettsäuren darin sind (welche der Körper nicht abbauen kann) war dann doch zuviel. Die beiden Behandlungen die ich heut geniessen durfte waren wieder wie die gestrigen. Für mich als „Vata Typ“ ist die Gleichmässigkeit etwas Bedeutsames.
Der Trip nach Mundro Island war genau das richtige nach knapp 2-wöchiger Behandlung. Ich traf dort Vishnu (den Bootsmann). Er zeigte mir das Gebiet rund um die Insel. Durch die kleinen Kanäle sind wir mit seinem Boot geschippert. Dieses Boot hat er von einem Freund und der wiederrum hat einen Freund und von diesem hat bauen lassen. Es besteht aus Jack Fruit Baumrinde und Geflechten aus Material von der Kokosnuss. Am Ende der Tour hiess er mich in seinem Haus willkommen. Seine Mutter und Grossmutter waren mit dort. Sein Vater ist gestorben. Seine Mutter hatte einst starke Sz und mit Ayurvedischer Medizin trat schnelle Linderung ein. Sie leben in sehr einfachen und dennoch schönen Verhältnissen im Miteinander. Er bot mir frische kokosnussmilch an. Frisch geerntet aus seinem Garten.
Während der Tour erzählte er mir viel über die Gegend und dass der Teil Kollam zu dem Gebiet gehört wo die Leute Wert auf Schulbildung legen und natürlich auch das Geld mehr vorhanden ist für Bildung. Das Gebiet Mundro ist gepflegt und sauber. Die meisten arbeiten in Abu Dhabi und leben aber in Kollam. Dann haben wir noch eine kleine kokosnuss-Öl-Herstellung besucht.

Ganz klein aber fein. Sehr familiär und einfach. Man kann es nicht mit einer kokosnuss Herstellung im europäischem Stil vergleichen wo Hygiene an oberster Stelle steht. Die Inder haben ihre eigene Vorstellung von Hygiene und leben mit der Natur. Was es braucht, bedenken sie schon.

 


15. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Special day today :) der Midunam Day. Besonders haben sie heut alles schön geschmückt mit Opfergaben und Blumenkränzen. Und wieder hatte ich meine Behandlungen wie am Vortag (Kashayadhara/Elakizhi/Takradhara).

Einen herzlichen Kontakt ereilte mich auch heut wieder.  Seit geraumer Zeit wünsche ich mir diesen Kontakt. Heute habe ich einen Gruss bekommen. Es ist immer wieder faszinierend wahrzunehmen wie weit das Universum doch reicht wenn man nur bereit ist sich zu öffnen und das Yin und Yang zu begreifen und „im Fluss“ zu sein. Die Natur zeigte es mir heut. Immer wieder begegnete ich Bildern die mir eine Herzform zeigten. :)


 

16. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Wie immer machte ich meine morgendlichen Rituale. Dann habe ich folgende Behandlungen erhalten:
1. Behandlung: Kashayadhara, Elakizhi, Tharadhara
Sehr viele Gespräche durfte ich heute führen. Zum einem am Abend ein Arztgespräch. Morgen wird mit der Nasenreinigung begonnen. Zum anderen bin ich heut in ein interessantes Gespräch mit meiner Nachbarin in der Lodge gekommen welche vor 2 Tagen angereist ist. Sie kommt von Russland, speziell Moskau. Sie erzählte mir die Gegebenheiten von dort und ihre Problematik wegen der sie dieses Resort besucht. Es ist immer wieder interessant ohne wirklich einen Vergleich vorzunehmen wie gut wir es im europäischen Raum und auch die Schweiz mit inbegriffen haben. Glücklich und zufrieden gehe ich ins Bett.

17. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Morgendliche Rituale. Heute ging mir so durch den Kopf was ich mit in mein Behandlungskonzept aufnehmen werde. Es ist toll zu spüren wie alles innerlich wächst und Form annimmt. Es braucht Geduld, Reife und vor allem das Wissen drum herum. Die Behandlungen waren wie am Tag zuvor und die schon angekündigte Nasenreinigung (Nasyem). Ich erhielt ein Dampfbad und Ayurvedische Nasentropfen und eine Gesichtsmassage. Diese Behandlungen durfte ich heute bei strömendem Regen und einem gewaltigen Gewitter im Background erleben. Die Wirkung auf den Körper war einfach toll. Ein Abschluss-Arztgespräch erfolgte am Abend.

18. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Wie auch schon bei den anderen Tagen machte ich meine morgendlichen Rituale. Es erfolgte keine Behandlung am Morgen auf meinen Wunsch. Der Körper nimmt sich heut auch mal am Morgen eine Auszeit von den Behandlungen und startet erst am Nachmittag damit. Heut machen wir die Bootsfahrt. Zwei weitere Gäste aus dem Resort kommen mit. Eine Frau aus Russland und ein Einheimischer aus Kalkuta.
Der Ausflug im Binnenmeer mit dem Boot war wieder eine schöne Abwechslung zu dem Entschlackungsprgramm. Der Einheimische Gast erzählte einiges über indische Kultur und das Bildungssystem. Das Hinterfragen ist nicht wirklich gern gesehen in Indien. Um so mehr man weiss, um so mehr hinterfragt man. Es hat viele Vorteile viel zu wissen, dennoch auch sehr viele Nachteile. Man stellt sehr viel in Frage, studiert, ist skeptisch. Man hat den Hang Menschen mit in den Bann des Wissens zu ziehen und zu überzeugen ohne dass sie es vielleicht wollen. Dies ist gar nicht notwendig. Denn jeder ist selber verantwortlich für sich und sein Leben.

  1. Behandlung am Nachmittag: Ganzkörper-Öl-Massage (Abhyangam) mit anschliessendem Schwitzkasten und Nasenreinigung (Nasyem)
  2. Kräuterstempel-Öl-Massage (Elakizhi) und Gesichtsmaske

19. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

Morgendliche Rituale

  1. Behandlung am Nachmittag: Ganzkörper-Öl-Massage (Abhyangam) mit anschliessendem Schwitzkasten und Nasenreinigung (Nasyem)
  2. Kräuterstempel-Öl-Massage (Elakizhi) und Gesichtsmaske

Das Resort füllt sich so langsam und fast alle Lodges sind besetzt. Nun habe ich das Resort mit mir und noch einer weiteren Person besucht erlebt und nun fast voll. Beides ist sehr angenehm zu erleben. Ich freue mich nun über Gesellschaft. Hatte aber viel Zeit und Raum in Stille im Resort fast allein und musste somit auf niemanden Rücksicht nehmen. Nun ist es belebt und jeder verweilt in seiner eigenen Stille und doch ist das Miteinander zu spüren.
Am Abend gab es ein Abschlussessen. Ich wurde nochmals zum Ayurvedischen Kochen eingeladen und ein spezielles Dinner für mich zum Abschied mit Fisch gab es. Sehr lecker und das schönste war das die Gäste ganz spontan alle an einem Tisch sassen. Die Energie hat an diesem Abend sehr gestimmt und wir hatten sehr lange ein schönes Gespräch am Tisch. Alle von verschiedenen Nationen. Bekannte/Freunde rund um den Globus :)

20. Tag Ayurveda Resort Sarovaram

  1. Behandlung am Nachmittag: Ganzkörper-Öl-Massage (Abhyangam) mit anschliessendem Schwitzkasten und Nasenreinigung (Nasyem)
  2. Kräuterstempel-Öl-Massage (Elakizhi) und Gesichtsmaske

Fazit meiner Indienreise in das Resort Sarovaram in Kerala, Kollam

Auf der einen Seite gibt es unter uns Menschen kaum einen grösseren Wunsch, als unser eigenes Leben zu führen, unabhängig, frei, selbstbestimmt. Auf der anderen Seite aber gibt es so viel was uns davon abhält: die Meinung der anderen, unsere Ängstlichkeit oder eingefahrene Gewohnheiten. Und überhaupt: Wer kann mir im Alltag schon mit Sicherheit sagen, was mein ureigener Lebensweg ist? Die gute Nachricht: Wir wissen es selbst. Tief in uns drin spüren wir, ob wir noch suchen. Denn es gibt einen Wegweiser, tief in uns: unsere Seele. Sie zeigt uns den Weg, lässt uns in jedem Augenblick spüren ob die Richtung stimmt. Folgen wir ihr, erfahren wir eine neue Dimension der Lebendigkeit des Glücks. Diese Reise schenkte mir das Glück das ich Rituale in mein Leben wieder aufgenommen habe (Danke Paul für den Hinweis :). Diese zu zelebrieren im Hier und im Jetzt. Ich besitze ein neues Körpergefühl und neues Körperbewusstsein in Bezug auch auf eine wieder neu auflebende Esskultur auf tierische Produkte in Zukunft mehr zu verzichten. Wieder die Regelmässigkeit und das Mass zu kennen in der ich Nahrungsmittel zu mir nehme. Der Hang zur Völlerei und Konsumgütern die es nicht braucht, ist gross. Mehr in meiner Mitte stehend kann ich nun wieder nein zu diesem Überfluss sagen.